Wanderung in der Wolfzahnau vom 09. April 2011


 

 

Führung:  Fritz Frank
Teilnehmer:  15
Wetter:  sonnig
Exkursionsgebiet:  MTB: 7631/1
Standort:  Wolfzahnau

 

Bericht 1 : "Sauber ist in" von Tobias Luschner

Unter dem Motto „Frühling im Auwald mit Pflanzen und Pilzen“ traf sich am Morgen des 09.April eine Gruppe botanisch und mykologisch Interessierter am Parkplatz Wolfzahnau. Auf dem Programm standen aber nicht nur die Bestimmung früh im Jahr erscheinender Pflanzen und Pilze – auch hatten sich die Teilnehmer eine bitter nötige Beseitigung in jüngster Zeit im Biotop angehäufter Abfälle vorgenommen.

So machten sich etwa 15 Pilz- und Naturfreunde ausgerüstet mit Handschuhen, Zangen und Müllsäcken an die Erkundung der Vielfalt der Wolfzahnau. Dabei kam der milde Frühling den Teilnehmern in jeglicher Hinsicht zu Gute: Nicht nur die angenehmen T-Shirt tauglichen Temperaturen, sondern auch die reichhaltige und für die Jahreszeit bereits beachtlich weit vorangeschrittene Flora wussten zu gefallen. Als weniger begeisternd stellten sich allerdings die in der Tat erschreckend großen Müllmengen, welche stets fleißig aufgepickt wurden heraus: So fanden sich neben Scharbockskraut, Taubnessel und Veilchen, auch massenhaft Bierdosen, Plastiktüten und sogar ein Fahrradschlauch. Schon schlimm, wie manche Menschen mit solch wertvollen, streng unter Natur- und Landschaftsschutz stehenden Biotopen umgehen.

Nach etwa drei stündiger Bestimmerei und Einsammelei erreichten alle zufrieden und ohne Groll ob der Müllsammelei den Ausgangspunkt am Parkplatz wieder. Der Reichtum an neu gewonnenen Erkenntnissen und Eindrücken über die fantastische Natur des „Augsburger Dschungels“ Wolfzahnau überwog eindeutig.

 

Bericht 2: Pflanzen und Pilze von Fritz Frank

Bei sonnigem, aber noch etwas kühlem Wetter trafen sich rd.15 -20 Teilnehmer am Parkplatz bei der Wolfzahnau. Die Wolfzahnau, der „Dschungel“ Augsburgs, ist  ein letzter Reast eines ehemals größeren Auwaldbestands. Die für einen Auwald typischen und erforderlichen regelmäßigen Überschwemmungen liegen schon sehr, sehr lange zurück und sind nicht mehr möglich (große Höhendiffernz zwischen Lech und Auwald! ). Trotzdem finden wir immer noch Bäume und Sträucher, die charakteristisch für einen Auwald sind: Zur Weichholzaue zählen vor allem die Weiden (Purpur-Weide, Silber-Weide u.a.) , die Grau-Erlen und Pappeln. In der Hartholzaue fanden wir die Gewöhnliche Esche (Fraxinus excelsior) und die Silber-Weide ( Salix alba) und zahlreich die Trauben-Kirsche (Prunus padus). Reichlich vertreten in der Strauchschicht waren: Gewöhnliche Heckenkirsche ( Lonicera xylosteum), Wolliger und Gewöhnlicher Schneeball ( Viburnum lantana bzw. V. opulus), Roter Hartriegel ( Cornus sanguineus), Liguster oder Rainweide ( Ligustrum vulgare) und  schließlich das Pfaffenhütchen ( Euonymus europaeus), an den gerippten Zweigen auch im Winter leicht zu bestimmen! An einer Reihe von Bäumen rankte sich die Waldrebe ( Clematis vitalba ) empor ( bis zu 5 m !). Die Krautflora war nicht unbedingt typisch für Auwälder. Der Hohle Lerchensporn ( Corydalis cava ) ist vermutlich den Gärten entsprungen, die Knoblauchsrauke war kurz vor dem Aufblühen, das Scharbockskraut war etwas spärlich vorhanden. Öfters trafen wir auf das Bayerische Veichen (Viola bavarica), ein Bastard  von Viola riviniana und Viola reichenbachiana. Auf dem Rückweg fiel uns noch ein Erdhaufen auf, der vom Huflattich bedeckt war.

Die Ausbeute an Pilzen war, wie nicht anders zu erwarten, recht dürftig.  Immerhin fanden wir eine Gruppe von Tintlingen ( wahrscheinlich Glimmer-Tintling) und auch noch sehr kleine Exemplare des „Gesäten Tintlings. An liegenden Baumstämmen waren meist alte „Echte Zunderschwämme“ und die „Flachen Lackporlinge (Ganoderma lipsiense) zu sehen. Immerhin!

 

Bilder:

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Bild 1":Sauber ist in" war das Motto der Stadt und unserer Verein machte mit
Bild 2: Verteilung der Müllsäcke
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Bild 3: Die ersten Frühjahrsblüher hatten es schon in sich
Bild 4: Was ist denn in den Büschen noch so alles drin?
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Bild 5: Die unterschiedlichen Weiden machten es uns nicht leicht
Bild 6: Die Säcke füllten sich allmählich
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Bild 7: Auflösung einer kleinen Mülldeponie
Bild 8: Das war leider keine "stolze Bilanz"





 

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