17. Johann-Stangl-Gedächtniswanderung vom 1.5.2005: Wolfzahnau


 
Führung:  Fritz Frank und Günther Groß
Teilnehmer:  An der Wanderung nahmen 11 Personen teil.
Wetter:  Nach dem lang anhaltenden Winter mit Schneefällen bis in den April war der 1. Mai ein trockener Tag mit Sonnenschein.
Exkursionsgebiet:  D-BY-Reg.-Bez. Schwaben, LK Augsburg, Augsburg, Wolfzahnau
Höhe über NN: 465 m
Standort:  Die Wolfzahnau ist ein Landschaftsschutzgebiet mit dem Status eines Naturschutzgebietes aufgrund einer Verordnung der Stadt Augsburg. Das Gebiet umfasst 76 Hektar. Der Baumbestand besteht aus typischen Auwaldgehölzen wie Birke, Grau-Erle, Spitz-Ahorn, Berg-Ahorn, Feld-Ahorn, Esche, Pappel, Berg-Ulme, verschiedene Weiden und wenige Fichten und Wald-Kiefern.

Bericht:

Wie schaut es wohl aus, nach dem langen Winter - gibt es bei beim Pilzwachstum zeitliche Verschiebungen? Das war die Frage, die alle Beteiligten an der Maiwanderung in die Wofzahnau beschäftigte. Der Bodenbewuchs, hauptsächlich Giersch, war zu dieser Zeit noch nicht so weit entwickelt, wie in den Jahren zuvor. Am ersten Lechhang bestätigte sich die Befürchtung, dass sich die Fruktifikationsperioden zeitlich nach hinten verschoben hat, denn es gab keine Spur von Morcheln (Morchella spec.) Auch standen die Brennesseln im Wuchs noch sehr nieder an den Wegrändern und die Maipilze, die dort gerne wachsen, wollten sich noch nicht zeigen. Dafür waren die Totholzbewohner wie alljährlich vertreten. Herrliche Exemplare von Mai-Porlingen (Polyporus ciliatus) säumten die Wegränder. Dann endlich, im weichen Boden mit alten, grauen Laubresten standen sie, die ersten Böhmischen Verpeln (Verpa bohemica). Nicht weit davon auch die Fingerhut-Verpeln (Verpa conica). Die Fotografen suchten sich die schönsten Standorte für ihre Beweisbilder aus. Es konnten sogar doch noch einige winzige Maipilze aufgespürt werden. Ein paar Tintlinge und Faserlinge standen noch herum, aber dann war es auch schon vorbei mit den Frühjahrspilzen.

Am Spitz, dem Zusammenfluß von Lech und Wertach, angekommen, stellten wir fest, dass der Platz des Gruppenbildes aus dem vergangenen Jahr weit im Wasser liegt. Der Lech hatte einen der Witterung entsprechend höheren Wasserstand. Der Rückweg bescherte Dank des Beiseins von Fritz Frank einige Pflanzenbestimmungen. Mit einem gemütlichen Mittagessen im Vereinslokal und anschließender Fundbesprechung endete die erste Maiwanderung.

Günther Groß

Bilder:

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Bild 1: Die Böhmische Verpel (Verpa bohemica) heißt wg. ihres wellig-faltigen Hutes auch Runzel-Verpel.
Bild 2: Die Fingerhut-Verpel (Verpa conica) ist wie die große Schwester mit den Morcheln verwandt.
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Bild 3: Der Kastanienbraune Schwarzfuß-Porling (Polyporus badius) hat sehr feine Poren. Bild 4: In der Laubschicht der Wolfzahnau stand eine Gruppe Striegelige Rüblinge (Collybia hariolorum).
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Bild 5: Dieser Faserling (Psathyrella spec.) hat einen bei Feuchtigkeit farbwechselnden, sog. hygrophanen Hut.
Bild 6: Hier ein weiterer Vertreter aus der Gruppe Faserlinge/ Mürblinge/ Zärtlinge (Psathyrella spec.)
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Bild 7: Trotz der Pilzarmut hat die Wanderung nach dem langen Winter allen Beteiligten Spaß gemacht.

 

 Fundliste



Gattung Art Deutscher Name
1
Calocybe gambosa Maipilz
2
Collybia hariolorum Striegeliger Rübling
3
Coprinus comatus Schopf-Tintling
4
Coprinus micaceus Glimmer-Tintling
5
Fomes fomentarius Zunderschwamm
6
Fomitopsis pinicola Rotrandiger Baumschwamm
7
Ganoderma applanatum Flacher Lackporling
8
Lycogala epidendron Blutmilchpilz
9
Phellinus concatus Muschelförmiger Feuerschwamm
10
Polyporus arcularius Weitlöchriger Porling
11
Polyporus badius Kastanienbrauner Schwarzfuß-Porling
12
Polyporus ciliatus Mai-Porling
13
Verpa bohemica Böhmische Verpel
14
Verpa conica Fingerhut-Verpel




 

 

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