Ein Meer geschützter Blüten


 
Die Blüten in der Königsbrunner Heide strahlen um die Wette - zum Großteil sind es artengeschützte Pflanzen, die hier einen behüteten Standort haben.

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Königsbrunn. Mehrmals im Jahr veranstaltet das Netzwerk Augsburg für Naturschutz und Umweltbildung (NANU) Führungen durch die Königsbrunner Heide. Derzeit sind bereits viele Pflanzen voll erblüht. Der Pilzverein Augsburg-Königsbrunn zeigte den Hobbybotanikern kürzlich die Schönheiten der Pflanzenwelt. Drei Fachleute wiesen auf die einzelnen Pflanzen hin und konnten dazu viel erklären.
Gleich am Parkplatz beim Waldspielplatz, an der Ostumgehung gelegen, wurde die Besuchergruppe von einer Staude des blaublühenden Pyrenäenstorschnabels begrüßt. "Viele Pflanzen aus südlicheren Regionen sind durch die Magerwiesen des Lech bis hierher gelangt", begründete Fritz Frank diese Besonderheit. Insgesamt gehöre die Königsbrunner Heide zu den bedeutendsten Heiden in Südbayern. Der Verein bemüht sich, die Königsbrunner Heide, einen Wiesenabschnitt am Wasserweg, durch markierte Wege attraktiv zu gestalten und durch Informationen bekannt zu machen. Neben den Wegen finden sich rund einhundert regional und überregional gefährdete Tier- und Pflanzenarten.

Wiesensalbei
Derzeit stehen der blaublühende Wiesensalbei und die vielen Wiesenglockenblumen in voller Blüte. Die zarten karmesinroten Karthäusernelken mit fünf Blütenblättern heben sich vom umgebenden Grün ab. Vereinzelt findet sich auch weißblühender Bergklee, der auf dem kargen Lechboden einen guten Untergrund gefunden hat.
Scheinbar völlig aus der Familie fällt der niedrig wachsende gelbe Hufeisenklee, der am Wegesrand blüht. Die Teufelskralle sieht der in leuchtendem Blau blühenden Kornblume sehr ähnlich, in Einzelpflanzen oder auch in weitläufigen Gruppen.

Wege nicht verlassen
Günther Groß, der Vorsitzende des Pilzvereins, mahnte die Teilnehmer an der Begehung, die Wege nicht zu verlassen. Blumen, die an einer Stelle etwas weiter vom Weg entfernt wachsen, finden sich oftmals wenige Meter weiter direkt am Wegesrand wieder.
Naturliebhaber und Hobbyfotografen kommen in der Königsbrunner Heide voll auf ihre Kosten. Das weiße Salomonsiegel erinnert mit seinen von einem Stiel herabhängenden Blütenblättern schon fast an eine Orchideenart. Das Brandknabenkraut streckt seine rosa Blüten an einem Stengel in die Höhe, so dass der kleinste Windstoß genügt und sie wiegt sich im Wind.
In der Königsbrunner Heide kennt Maria Schieferdecker unterschiedliche Löwenzahnarten: den rauen und den grauen Löwenzahn. Beide blühen in gelben Farben, unterscheiden sich aber durch ihre Blätter. In den nächsten Tagen wird auch der Baldrian seine Blüten öffnen.

Hunde
Hunde sollen angeleint sein, einmal, weil ihr Kot (Hunde sind Fleischfresser) die Pflanzen schädigen könnte, zum anderen aber auch, weil in der Königsbrunner Heide gerade in diesen Wochen, teilweise seltene Vögel, wie der Baumpieper, auf dem Boden brüten.

Sumpfgladiolen
Voraussichtlich in etwa zwei Wochen wird die Königsbrunner Heide ein besonderes Blütenmeer bereit halten: die Sumpfgladiolen. Die Königsbrunner Heide ist europaweit wohl das größte Sumpfgladiolenvorkommen.

Lutz Neumann (Text Bilder)

Mit freundlicher Genehmingung der Königsbrunner StadtZeitung, erschienen am 24. Juni 2006







 

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