Giftpilze - Pilzgifte


 
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8. Paxillus - SyndromKahler Krempling           Paxillus involutus (Handskizze)
Diese Vergiftungsart stellt ein nicht restlos geklärtes Phänomen dar und wird unter den Pilzsammlern sehr kontrovers diskutiert und interpretiert. Der diese Vergiftung auslösende Pilz, der
Kahle Krempling (Paxillus involutus) wurde von jeher - und wird noch heute in osteuropäischen und asiatischen Ländern - als Speisepilz deklariert und in Mengen konsumiert. Er wird in fast jeder Pilzberatung vorgelegt; der Hinweis, dieser Pilz sei giftig, sogar tödlich giftig, wird meist mit heftigem Widerspruch aus den Reihen interessierter Sammler quittiert, mit der stolzen Aussage, man esse ihn seit Jahren, ohne dass jemand dabei zu Schaden gekommen sei.

Der Ratsuchende wird dadurch oft verunsichert und es ist viel Überzeugungsarbeit nötig, um die ernsthafte Gefahr, die von diesem Pilz ausgehen kann, glaubhaft zu vermitteln. Dabei kann es durchaus sein, daß man den Kahlen Krempling mehrmals, wenn man Glück hat sogar sein ganzes Leben lang ohne jeglichen Schaden essen darf, es kann aber auch passieren,dass man schon nach der ersten oder aber erst nach wiederholten Mahlzeiten Opfer dieser heimtückischen Vergiftung wird.

Man unterscheidet bei diesem Pilz zwei Vergiftungsarten, zum einen das "gastrointestinaleSyndrom", zum anderen das oft tödlich endende "Paxillus Syndrom", dem eigentlich eine fatale Lebensmittelallergie zu Grunde liegt.

  • Gastrointestinales Syndrom = Ernsthafte Störungen des Magen-Darmtrakts
    Bei diesem unter Ziffer 5 behandelten Vergiftungs-Syndrom habe ich den Kahlen Krempling bewußt nicht aufgeführt, um nicht die Gefahr, die von diesem Pilz ausgehen kann, als relativ gering und nur vorübergehend Bauchschmerzen erzeugend zu suggerieren. Roh oder ungenügend erhitzt verursacht dieser Pilz nämlich bereits in kleinen Mengen eine sehr starke Giftwirkung auf die Magen- und Darmschleimhäute mit den in der Kapitel 5 bereits erwähnten Symptomen in der dort angegebenen Latenzzeit.
     
  • Paxillus Syndrom = Immunhämolytische Anämie = Nahrungsmittel-Allergie
    Ein in seiner chemischen Substanz noch nicht bekanntes im Pilz enthaltenes
    Antigen veranlaßt im Blut die Bildung von Antikörpern. Diese Abwehrstoffe werden nach wiederholtem Verzehr, selbst in großen Zeitabständen, immer neu hinzu gebildet und setzen sich schließlich auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen fest, wo sie zu deren schneeballartig wirkenden Zerfall, der Hämolyse führen. Auch einer der herausragendsten deutschen Mykologen, Julius Schäffer, starb nach einer Kremplingsmahlzeit an dieser Vergiftung, wobei seine Angehörigen die Pilze ebenfalls aßen und keinerlei Gesundheitsstörungen verspürten. Weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Verzehr dieses Pilzes werden vor allem aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern, in jüngerer Zeit aber auch aus der Schweiz gemeldet.

P I L Z E :

 

Kahler  Krempling Paxillus  involutus
Erlen - Krempling Paxillus  rubicundulus (P. filamentosus ss. auct.)
Großer- / Kräftiger Krempling Paxillus  validus
Dunkelsporiger Krempling Paxillus  obscurosporus
Erlengrübling
(genetisch Paxillus nahestehend)
Gyrodon  lividus

 

P I L Z G I F T E :

Pilz - Antigen

L A T E N Z Z E I T :

1/4 -> 2   Stunden (meist nach der  x-ten Mahlzeit)

S Y M P T O M E :

  • Bauchschmerzen -> Bauchkoliken
  • Kollaps
  • Erbrechen -> Brechdurchfall
  • Blutfarbstoff im Urin -> Ausbleiben der Urinproduktion
  • Gelbsucht
  • Hämolyse
  • Nierenversagen

 

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